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Top 3 (KMU-Berichte) 2009:
1. memo AG
2. Neumarkter Lammsbräu, Gebr. Ehrnsperger e.K.
3. Johanssen+Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH
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Ergebnisse der Unternehmensbefragung(PDF)
Bewertungskriterien veröffentlicht (PDF, 0,3 MB)
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Workshop
Workshop zur Nachhaltigkeitsbericht-erstattung von KMU - Kriterien des Rankings 2009
> Dokumentation des Workshops am 17.2.09
Workshop zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMU
Status, Tendenzen und Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMU
– Kriterien des Rankings 2009 –
Am 17.02.2009 fand in der Messe Nürnberg ein von future – verantwortung unternehmen und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung veranstalteter Workshop zur Nachhaltigkeitsberichterstattung mittelständischer Unternehmen statt. Mit 24 Fachleuten aus berichterstattenden Unternehmen wurde der Kriterienentwurf für das diesjährige Ranking der Nachhaltigkeitsberichte deutscher KMU diskutiert.
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Einführung
In ihrer Begrüßungsrede betonte Yvonne Zwick vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, dass anstelle einer Langfristorientierung zu häufig der schnelle Gewinn die Triebfeder des Wirtschaftens und dieser Umstand wesentliche Ursache für die aktuelle Finanzkrise sei. Allerdings äußerte sie die Hoffnung, dass gerade die Finanzkrise die Chance für eine grundlegende Neuorientierung des Wirtschaftens biete. In diesem Sinne hinterfragte sie das Primat quantitativen Wachstums und stellte diesem für ein industrialisiertes Land mit weitgehend gesättigten Märkten einen qualitativen Wachstumsanspruch entgegen. Sie setzte sich für einen modernen Ordnungsrahmen und eine Neudefinition der sozialen Marktwirtschaft ein, die unternehmerische Verantwortung honoriert. Sie erwarte für die Zukunft, dass Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch Aspekte wie hohe Ressourceneffizienz, Berücksichtigung der Mitarbeiterinteressen und soziale und ökologische Verbesserungen in der Lieferkette erzielen.
Yvonne Zwick stellte hierbei die Leistungsfähigkeit und das positive Image des deutschen Mittelstands heraus und verwies auf die große Anzahl an Weltmarktführern. Sie betonte, dass KMU einen Vertrauensvorschuss genießen, als Partner in der Region angesehen sind und als flexibel, führungsstark und innovativ gelten. Sie lobte die mittelständischen Unternehmen für die Vielfalt des verantwortlichen Handelns und forderte die Transparenz und Kommunikation über die Nachhaltigkeitsaktivitäten als Steuerungsinstrument und Treiber ein.
Einig waren sich die TeilnehmerInnen in der anschließenden ersten Diskussion, dass alle Berichterstatter unter den KMU unabhängig von der Form und der inhaltlichen Schwerpunktsetzung als Gewinner anzusehen sind. Mit der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts bemühen sie sich um Transparenz und Offenheit in der Kommunikation mit ihren Anspruchsgruppen. Festgestellt wurde, dass der Mittelstand in dem Bestreben nach Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung über einen Vertrauensbonus verfügt.
Die KMU selbst erstellten ihren Nachhaltigkeitsbericht nicht aus Rechenschaftspflicht, sondern dann, wenn sie „etwas zu sagen haben“ – über in ihrem Unternehmen erzielte Nachhaltigkeitsleistungen. In der Konsequenz bestimmten die Unternehmen die Schwerpunktsetzungen ihres Berichts aus der eigenen Einschätzung der Wesentlichkeit. Kriterien und Richtlinien werden dabei als hilfreiche Orientierung wahrgenommen, weniger als Verpflichtung zu einer vollständigen Abarbeitung der Themenbreite.
Status und Tendenzen der Nachhaltigkeitskommunikation von KMU
Udo Westermann präsentierte die Ergebnisse der aktuell durchgeführten Umfrage zu Status und Tendenzen der Nachhaltigkeitskommunikation in KMU. Die wesentlichen Aussagen, die sich aus den Antworten ableiten lassen, sind:
- Inhabergeführte Familienunternehmen stellen das Gros der Berichterstatter unter den KMU.
- Das treibende Motiv zur Nachhaltigkeitskommunikation kommt zumeist aus dem Unternehmen selbst.
- Die Zuständigkeit für die Berichterstellung liegt überwiegend bei den inhaltlich Verantwortlichen wie bspw. den Umweltbeauftragten.
- Nach einer ersten Welle der Umweltberichte werden seit 2005 Nachhaltigkeitsberichte als Erstberichte erstellt.
- Themenschwerpunkte der Berichte sind die ökologische Produktverantwortung, die Mitarbeiterorientierung sowie die aktuell auch in der öffentlichen Diskussion im Fokus stehenden Themen Klimawandel/Energieeffizienz und Werteorientierung.
Download Folien: Status und Tendenzen der Nachhaltigkeitsberichterstattung in KMU – Ergebnisse der Umfrage
Ranking der KMU Berichte 2009
Jana Gebauer stellte anschließend den Ablauf des Rankings vor. Mit der Veröffentlichung der Kriterien für die KMU-Berichterstattung im April startet das Ranking 2009. Die Berichte sollten bis zum 28.02.2009 bei future eingereicht oder zumindest angekündigt werden; Annahmeschluss ist der 30.06.2009. Im Juni erfolgt eine vierwöchige Feedback-Runde zu den bereits bewerteten Berichten: Die Unternehmen erhalten ihren Bewertungsbogen mit Bewertung und Erläuterung zu den einzelnen Kriterien und damit die Gelegenheit, die Bewertung hinsichtlich Vollständigkeit und möglichen Missverständnissen zu kommentieren. Nach der Prüfung und Einarbeitung der Kommentare, der Erstellung der endgültigen Bewertungen und des Ergebnisberichts zum Ranking erfolgt die Preisverleihung im September in Berlin. Zusätzlich erfolgt eine Würdigung der Gewinner des Rankings auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 23.11.2009.
Download Folien: Ranking der KMU Berichte 2009 – Ablauf des Rankings und Struktur des Kriteriensets
Diskussion der Rankingkriterien
In zwei moderierten Runden wurde der vorgelegte Kriterienentwurf für das KMU-Ranking 2009 im Detail diskutiert. Im Vordergrund standen praktische Fragen zur Anwendbarkeit und Umsetzung der Kriterien für die unterschiedlichen Unternehmensgrößen des Mittelstands. Die wesentlichen Diskussionslinien wurden einerseits bestimmt durch formale Fragen wie die
- nach dem Berichtsrahmen und der Einbeziehung unterschiedlicher Dokumentationen der Nachhaltigkeitsleistungen der Unternehmen,
- nach der Bestimmung der Wesentlichkeit und Relevanz einzelner Nachhaltigkeitsaspekte je nach Unternehmensgröße und Branchenzugehörigkeit oder
- nach möglichen Risiken durch die Offenlegung unter Umständen wettbewerbsrelevanter Informationen durch die Berichterstattung.
Diskutiert wurden andererseits Darstellungsmöglichkeiten und –notwendigkeiten
- der internen und externen Kommunikation der Mitarbeiterorientierung gerade in ökonomischen Krisenzeiten,
- der in der Regel umfassenden betriebsökologischen Leistungen,
- von Zertifizierungen und Auditierungen,
- von Engagement und Lobbyaktivitäten für Nachhaltigkeitsinitiativen oder auch
- von Steuerzahlungen und Subventionsbezügen.
Aus dem intensiven Erfahrungsaustausch der UnternehmensvertreterInnen untereinander sowie mit dem Ranking-Team entstanden wertvolle Anregungen für die Gestaltung der Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner und mittelständischer Unternehmen – und natürlich der Ranking-Kriterien, die auf dieser Basis finalisiert werden.
Schlussrunde
Die teilnehmenden UnternehmensvertreterInnen begrüßten das Ranking der KMU-Nachhaltigkeitsberichte als wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Vergleichbarkeit und Sichtbarkeit der Nachhaltigkeitsleistungen von KMU. Sie wünschten sich eine kontinuierliche Fortführung des Rankings, um Fortschritte bei KMU abzubilden. Das Ranking sollte dazu dienen, anderen Unternehmen Mut zu machen, ihre vielfältigen Aktivitäten darzustellen. Daher sei es wichtig, auch einfache und kurze Berichte auszuzeichnen, um die Hürden für neue Berichterstatter nicht zu hoch zu hängen.
Die UnternehmensvertreterInnen bewerteten den Kriterienkatalog des Rankings als sehr hilfreichen Leitfaden für die Erstellung ihrer Nachhaltigkeitsberichte. Sie betonten zugleich, dass Relevanz und Wesentlichkeit der vielfältigen Aspekte unterschiedlich und daher von jedem Unternehmen individuell zu prüfen seien.
Die UnternehmensvertreterInnen begrüßten zudem ihre Einbeziehung in die Kriterienentwicklung und das transparente Bewertungsverfahren, das jedem Unternehmen die Kommentierung seiner individuellen Bewertung in einer Feedbackschleife ermöglicht. Nicht zuletzt betonten sie, dass Austausch und Vernetzung zwischen den berichterstattenden Unternehmen wichtig seien, um Weiterentwicklungen in der Berichterstattung in die Breite zu bringen. Weitere Workshops zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMU erachteten sie hierfür als wesentlichen Baustein zum Erfolg.


